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Nachfolge ordnen

Bevor jemand übernimmt, muss klar sein, was übergeben wird

Viele Hotels sind nicht verkaufs- oder übergabefähig, obwohl der Betrieb seit Jahren funktioniert. Der Grund liegt häufig nicht im Hotel selbst, sondern in Strukturen, die über Jahrzehnte um den Eigentümer gewachsen sind. Private und betriebliche Themen greifen ineinander, Wissen steckt bei einzelnen Personen und Unterlagen sind für den laufenden Betrieb ausreichend, aber nicht für einen Dritten. Wir ordnen diese Ausgangslage und prüfen, welche Wege überhaupt realistisch sind. Erst danach entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen, ob Familie, Pächter, Management oder Verkauf die richtige Zukunftsperspektive ist.

Zwei Frauen unterschiedlicher Generationen besprechen Unterlagen am Laptop

Was muss vor einer Nachfolge geklärt sein?

Am Anfang steht nicht die Suche nach einem Nachfolger. Zuerst muss feststehen, was tatsächlich übergeben werden soll. Dazu gehören Immobilie, Betrieb, Gesellschaften, Verträge, Inventar und die Rolle des Eigentümers im täglichen Geschäft.

Ein Hotel, das wirtschaftlich funktioniert, kann trotzdem schwer übertragbar sein, wenn wesentliche Abläufe nur über den bisherigen Inhaber laufen. Diese Abhängigkeiten müssen sichtbar werden, bevor ein Nachfolger sie entdeckt.

Woran scheitern Übergaben?

Häufig wird zu spät begonnen. Dann sollen Eigentum, Betrieb, Finanzierung, Familie und Personal in kurzer Zeit gleichzeitig gelöst werden.

Ein zweiter Punkt sind Erwartungen, die nie mit belastbaren Zahlen abgeglichen wurden. Eine Nachfolge wird deutlich schwieriger, wenn erst im Gespräch mit einem Käufer oder Familienmitglied auffällt, dass Wertvorstellung, Entnahmemöglichkeiten und zukünftige Rolle nicht zusammenpassen.

Der dritte Punkt wird am seltensten ausgesprochen. Viele Betriebe sind über Jahrzehnte auf den persönlichen Einsatz ihrer Eigentümer gebaut, und genau davon haben sie gelebt. Ein Nachfolger bringt diesen Einsatz nicht automatisch mit. Er fragt sich, wie sein eigenes Leben mit diesem Hotel aussieht, und rechnet die Stunden mit, die in keiner Gewinn- und Verlustrechnung stehen. Entsteht dabei der Eindruck einer Mammutaufgabe, springt er ab, auch wenn die Zahlen stimmen.

Deshalb gehört die Zukunftsfähigkeit des Konzepts auf den Prüfstand und nicht nur die Vergangenheit. Wir sehen uns an, welche Anpassungen nötig wären, damit der Betrieb für einen Nachfolger überhaupt attraktiv ist. Das können Arbeitsabläufe sein, die heute an einer Person hängen, eine Gastronomie, die sich in dieser Form nicht mehr rechnet, oder eine Leitungsebene, die es bisher nicht gibt.

Dazu kommen die Eigenheiten, die in familiengeführten Hotels über die Jahre gewachsen sind. Unterjährige Schließzeiten gehören dazu, ebenso eine Belegung, die sich an den Gewohnheiten des Betriebs ausrichtet statt am Markt. Solche Punkte sind nicht falsch, aber sie prägen die Ertragskraft. Bevor über eine Übergabe gesprochen wird, muss klar sein, was der Betrieb regulär erwirtschaftet und wie er sich wirtschaftlich fortführen lässt.

Welche Unterlagen braucht der nächste Schritt?

Für die erste Einordnung reichen die wirtschaftlichen Unterlagen der letzten Jahre, aktuelle Zahlen, relevante Verträge und eine Übersicht über Immobilie, Zimmer, Investitionen und Personalstruktur.

Daraus lässt sich erkennen, wo Informationen fehlen und was vor einer Übergabe geordnet werden sollte. Die eigentliche Prüfung erfolgt im Mandat. Wir veröffentlichen dafür keine Checkliste, weil zwei Hotels mit ähnlichen Kennzahlen völlig unterschiedliche Nachfolgeprobleme haben können.

Wann wird aus Nachfolge ein Verkauf?

Nicht jede Nachfolge endet mit einem Verkauf. Eine Verpachtung kann sinnvoll sein, wenn die Immobilie in der Familie bleiben soll. In anderen Fällen übernimmt die nächste Generation den Betrieb, braucht aber eine neue Führungsstruktur.

Ein Verkauf wird dann zur Option, wenn weder Familie noch ein langfristiger Betreiber zum Ziel des Eigentümers passen. Diese Entscheidung sollte aus der Ausgangslage entstehen und nicht aus Zeitdruck.

Fragen und Antworten

Wann sollten wir mit der Nachfolge beginnen?

Sobald absehbar ist, dass sich die Rolle des Eigentümers verändern soll. Je mehr Zeit bleibt, desto mehr lässt sich vor einer Übergabe noch ordnen.

Muss die Familie schon entschieden haben?

Nein. Gerade wenn mehrere Wege denkbar sind, hilft eine gemeinsame wirtschaftliche Grundlage, bevor über Personen gesprochen wird.

Kann die Immobilie behalten und nur der Betrieb abgegeben werden?

Ja. Dann prüfen wir unter anderem die Verpachtung und die Frage, welche Pacht der Betrieb dauerhaft tragen kann.

Wie lange dauert eine Nachfolgeberatung?

Rund zehn Wochen. In dieser Zeit analysieren wir den Betrieb vollständig, von den Zahlen über die Verträge und die Unterlagen bis zu den Abläufen, die heute an einzelnen Personen hängen. Am Ende steht ein Bericht, der sagt, wo das Hotel steht und was bis zu einer Übergabe zu tun ist. Damit ist der Betrieb zugleich auf dem Weg zur Verkaufsfähigkeit, auch wenn zunächst kein Verkauf geplant ist.

Begleiten Sie auch einen späteren Verkauf?

Ja. Wenn die Nachfolge in einen Verkauf mündet, können Bewertung, Vorbereitung und Käuferansprache aufeinander aufbauen.

Ordnen Sie die Nachfolge

Sie müssen die Lösung noch nicht kennen. Im ersten Schritt reicht die Frage, was in den nächsten Jahren mit Betrieb und Immobilie geschehen soll.

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Ihr Ansprechpartner

Timo Hofmann

Timo Hofmann

Geschäftsführung

Eine Nachfolge braucht Vorlauf. Je früher wir sprechen, desto mehr Wege stehen offen.